Unterwegs

Immer auf der Suche nach dem noch nicht Gesehenem

Delfine, Robben und ein Special Guest

Gestern Abend haben wir eine Deutsche getroffen, die ganz begeistert vom „Schwimmen mit den Delfinen“ mit Polperro berichtet hat. Die Neugierde ist geweckt, und so begeben wir uns nach einer kurzen Erkundung des Point Napean National Park zum Pier nach Sorrento.

Der Point Napean ist die Spitze der Halbinsel, hier ist die drei Kilometer breite Öffnung zu Bass-Strasse, also zum Ozean. Früher war das die Quarantänezone für neu Ankommende, da die Bucht so flach ist wurde sie noch nicht bis Melbourne befahren. Auch heute ist das nur mit Lotse erlaubt, die Fahrrinne ist nur etwa 150m breit.

Ausgang der Port Philip Bay

Letzte Überreste des Vieh-Verlade-Piers

Nachdem wir uns in Wetsuits gepackt haben („Wurst in Pelle“) verlässt der Kutter den Pier Richtung „Chinese Hat“ – eine extra für die Seehunde angelegte Plattform, nachdem sie vorher immer die Bojen besetzt hatten. Dabei passieren wir eine künstliche Insel, die zur Zeit des Goldrausches angelegt wurde. Die Australier hatten Angst, dass jemand (Die bösen Russen, es sind immer die Russen!) ihnen das ganze Gold rauben würde. Also wurde neben der Fahrrinne diese Insel angelegt und mit 150 Mann und etlichen Kanonen besetzt.

Künstliche Verteidigungsinsel

Auf der Landseite hat man einen schönen Blick auf die teilweise wirklich riesigen Villen der ersten Reihe, und die vielen Docks für die mehrere Hundert Segelyachten, die die Küste zieren.

Schlangentreppe zum Dock

Am chinesischen Hut angekommen dürfen wir neun Gäste ins Wasser. Die Crew ist rigoros: Das ist sanfter Tourismus, hier wird nichts angefüttert, angefasst, gestört. Wir nähern uns der Plattform auf 5m in einer engen Gruppe, wenn die Tiere zu uns kommen, sehen wir sie nah, die, die keine Lust auf uns haben lassen wir in Ruhe. So muss das sein! Und so haben auch die Tiere Bock drauf, etliche Seehunde kommen zum Spielen ganz dicht ran, man könnte sie anfassen, aber natürlich tut das keiner.

Brüllender Seehund

Just chillin‘

Applaus

Während wir noch begeistert die Seehunde beäugen, kommt schon der Special Guest vorbei geschwommen, ein über drei Meter langer Bull Ray, also ein Adlerrochen. Was für ein Monster! Nur wenige Meter unter uns gleitet er über den Sand, und stört sich überhaupt nicht an uns.

Die bisher von den Seehunden besetzte Boje ist jetzt von Möwen besetzt und „bekackt“.

Möwen besetzen die Boje

Leeres Schiff auf dem Weg nach Melbourne

Auf dem Rückweg entdeckt der Captain dann endlich die Delfine, die deutlich scheuer sind als die Seehunde. Wir sehen bald ihre Rückenflossen, aber müssen einige Male rein und raus aus dem Wasser, bis wir sie endlich ganz nahe sehen – Mama und Tochter Delfin ganz dicht aneinander und nur Armeslänge von mir entfernt – Wow!

Irgendwann kommt ein dritter Delfin dazu, von ganz tief unten (wir sind in der Fahrrinne) kommt er aus dem Dunklen nach oben geschossen und dreht kurz vor meinem Nebenmann und mir ab. Das lässt das Adrenalin steigen, plötzlich ist mir gar nicht mehr kalt! Die Delfine begleiten uns noch ein kurzes Stück und lassen sich vom Bugwasser schieben.

Delfin-Zerrbild

Delfine vor dem Bug II

Das waren gut investierte 150$ (100€), und ganz ohne schlechtes „Sea Life“-Gewissen. Die Tiere werden nicht gestört, wenn sie keine Lust haben, hat der Mensch halt einfach Pech.

Nächster Halt sind die Dandenongs, ein bewaldeter Berg am Rand Melbournes. Nur leider finden wir keine Möglichkeit zu übernachten, so können wir nur relativ kurz spazieren gehen und die Aussicht genießen, bevor wir weiter fahren müssen. Dann übernachten wir halt an der Autobahnraststätte. Vorher müssen wir noch einmal quer durch die riesige Stadt, rein in den Sonnenuntergang.

Melbourne unter Dunstglocke

Urbane Romantik

Ab in den Sonnenuntergang!

Einsame Gasse ab von der sechsspurigen Strasse

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