Unterwegs

Immer auf der Suche nach dem noch nicht Gesehenem

Von Glauben zu Wissen

Unser erster Stopp heute ist eine Art Nationalpark. In GB gibt es „Areas of Outstanding Natural Beauty“, kurz AONBs, das sind Gegenden, in denen besonders restriktive Konservierungsgesetze gelten, allerdings nicht so strikt wie in einem Naturschutzgebiet.

Glaube

Wir starten unseren Ausflug in die Natur des Debham Vale AONB bei der Church of Stratford Saint Mary, einer Kirche aus dem 15. Jhdt mit angrenzender Farm.

Im Shop gibt es lokale Erzeugnisse und Kurioses, z.B. Curiosity Cola – schmeckt ganz o.k.

Man kann eine kleine Runde über das Farmgelände drehen, Vieher streicheln und Landluft „genießen“. Für kleine Kinder eine tolle Sache, und auch unsere großen Kinder haben Spaß.

Durch Strassen, die teilweise kaum breiter sind als unser Auto kurven wir noch durch die AONB, bis wir Colchester erreichen. Diese erste römische Stadt auf der Insel hat eine schöne Innenstadt mit zahlreichen Shoppinggelegenheiten, die von den beiden Damen exzessiv genutzt werden. Außerdem gibt es ein Castle mit schönen Parkanlagen und Eichkatzerl. Und einen Laden, der Bengel zu perfekten Gentlemen ausbildet – very british, indeed!

Das letzte Gebäude ist übrigens kein Abklatsch des Arc de Triomphe, sondern der älteste noch existierende Wasserturm Englands. Oben drin ist ein großer stählerner Pool voll Wasser, ob der noch gefüllt und in Benutzung ist habe ich aber nicht gesehen.

Wissen

Am Nachmittag fahren wir nach Cambridge, dem Ort, der so viele wirklich herausragende Menschen geformt hat. 800-jährige Universitätsgeschichte beherrscht die Stadt, und beim Bummeln durch die Colleges ergreift mich Ehrfurcht. Hier hat Newton die Welt durch seine Principia (vorübergehend – bis Einstein kam) verständlich und begreifbar gemacht, hier hat Hawking das Universum beschrieben, hier hat Darwin Gott getötet, hier hat John Maynard Keynes Angebot und Nachfrage in Beziehung gebracht. John Cleese und Douglas Adams haben die Welt durch Absurdität erklärt, Emma Thompson hat mir Shakespeare näher gebracht.

Neben vielen schönen alten Gebäuden, die Würde und Macht ausstrahlen gibt es auch viel Grün in der Stadt. Moorige Landschaften, „englische“ Parks und entlang des Cam auch zauberhafte Weiher laden zu Spazierengehen ein. Auf dem namensgebenden Fluss kann man wie in Venedig Bootsfahrten buchen, und das wird ausgiebig genutzt.

Morgen wollen wir nochmal in die Stadt, heute war schon fast alles geschlossen. Außerdem finde ich Wissen halt einfach spannender als Glauben!

Übrigens: Nachdem wir Morgens mit großen Augen da standen und dachten, wir wären auf der verkehrten Insel, ist seit Mittag die Welt wieder in Ordnung. Es war am Himmel doch tatsächlich die Sonne zu sehen, und man kam ins Schwitzen! Das kann nicht Großbritannien sein, aber es war nur eine kurze Anomalie, den Rest des Tages war es bewölkt und nieselte immer wieder. Auch den Hiesigen war das aufgefallen, im Radio wurden schon Live Hacks diskutiert wie man mit der Hitze umgeht – immerhin über 20 Grad! Ein Life Hack war übrigens: Gieße das durch die Hitze flüssig werdende Nutella einfach über Vanilleeis. Briten sind saukomisch!

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Thema von Anders Norén

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