Unterwegs

Immer auf der Suche nach dem noch nicht Gesehenem

Sintra und Sines

Selbst wenn man portugiesischer König ist, hat man im 18 Jhdt. keine Klimaanlage. Und im Sommer ist es im Schloss in Lissabon vermutlich ganz schön schwitzig. Also: Ab nach oben, in den Schatten. Das haben erst die Könige, und später auch die reichen Bürger 25km westlich in Sintra gefunden. 200 Meter über dem Meer mit dichten Pinienwäldern für den Schatten, und Blick auf die maurische Festung aus dem 10. Jhdt.

Auf Empfehlung von Michi fahren wir hier hin, die Gärten des „Quinta da Regaleira“ sollen toll sein. Eine Quinta ist ein portugiesisches Weingut mit einem meist schickem Gutshaus. Die Strasse wird je näher man kommt immer steiler und schmaler, und weil wir uns nicht auskennen und uns bis zum Ziel navigieren lassen wollen, nehmen wir nicht den Parkplatz wo alle stehen. Schließlich zeigt Google an es sind noch 3km.

Mit stinkender Kupplung und eingeklappten Spiegeln kämpfen wir uns durch Strassen, die 10cm breiter sind als unser Auto, um enge Kurven, über Kuppen, hinter denen man nichts sieht, aber dennoch fahren muss. Alle Autos der Einheimischen haben rechts und links Narben, aber ich will das am Mietwagen nicht haben. An einer Stelle bin ich mir ziemlich sicher, dass ich da nicht durch komme, aber mit Rangieren und viel Spucke geht es dann doch.

Als wir am Ziel ankommen wimmelt es vor Touris. Naja, es ist tolles Wetter und Ostersonntag – was haben wir erwartet?

Wir haben den Osterhasen gefunden!

Wie durch einen Schwarm Mücken fahren wir durch die Menschenmassen und suchen einen Parkplatz. Schließlich finden wir ihn am anderen Ende des Ortes, wo wir vorher nicht parken wollten weil es noch so weit ist. Glücklicherweise ist es zu Fuß nur halb so weit weil man durch die Einbahnstraße verkehrt rum laufen kann.

Der Weg führt durch den Freiheits-Garten (Parque da Liberdade) und durch den Ortskern an den ganzen Mitbringsel-Läden und Restaurants vorbei.

An der Quinta angekommen stehen wir am Ende einer langen, sich kaum bewegenden Schlange.

Zu viele Menschen, wir kehren zum Auto zurück und setzen diesen Ort zurück auf die Bucket List – aber dann an einem Tag, an dem nicht die halbe Welt hierher kommt.

Die maurische Festung die über Sintra thront

Hier gibt es bestimmt noch viel zu sehen, auch die Festung lädt zu Besuch ein. Allerdings gibt Google an, man bräuchte derzeit 30min für die 6km da hoch, und meine Lust im Stau eine enge Passstraße den Berg hoch zu schleichen ist begrenzt. Also zurück nach Lissabon, den Stadtteil Belem haben wir uns noch nicht angeschaut. Hierhin wurde nach dem Erdbeben von 1755 die Stadt verlegt, nachdem die die Flutwelle die bestehende Stadt nahezu vollständig ausgelöscht hat.

Der Leuchtturm ist fast vertikal!

Aber auch hier wuselt es, man findet keine Parkplätze, und es geht nur in einer Richtung voran: Raus aus der Stadt!

Und erneut über die schöne rote Brücke

Wir nehmen die Landstraße Richtung Süden, und es geht langsam durch Olivenwälder voran.

Am frühen Abend erreichen wir Sines, eine kleine Hafenstadt mit engen, verwinkelten Gassen. Erneut müssen die Rückspiegel eingeklappt werden.

In Sines wurde Vasco da Gama geboren, Entdecker des Seewegs nach Indien rund um Afrika, und er starrt heute noch in die Ferne über das Meer.

Ich entdecke noch eine Strasse, auf die ich mich morgen freue…

…bevor wir zum Abendessen einkehren. Das Essen ist ok, aber das Drumherum ist viel besser. Ein sehr fruchtiger Weißwein mit einem Hauch Pfirsich für nur 3€ pro Liter, und als Digestiv ein sehr gut eingeschenkter Brandy sorgen dafür, dass wir kichernd und gut gelaunt zum Hotel zurück kehren, auch wenn das gute Wetter jetzt erst mal vorbei ist.

Ein heftiger Regenschauer während des Abendessens

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