Unterwegs

Immer auf der Suche nach dem noch nicht Gesehenem

Schock!

Erster Schock: Wir erwachen in der Früh und es ist kalt und nass. Das zerstört irgendwie den Plan vom Badetag. Der Wetterbericht hat es angekündigt, aber wir wollten es nicht wahr haben. Aber nachdem wir nach der gestrigen Autobuddelaktion beide recht lachsfarbene Nacken haben ist es vermutlich auch besser so.

Dennoch, die Great Ocean Road wirkt bei Nieselregen und ohne Sonne nicht so wie gestern.

Wer hat die Sonne geklaut?

Neben der Strasse ist ein merkwürdig knochiger Wald – Die Bäume sind nur Holz ohne Blätter. Unsere Vermutung: Das sind die Überreste eines Buschfeuers, und inzwischen wuchert von unten neues Gebüsch. Jedenfalls sieht das sehr exotisch aus!

Wald nach Buschfeuer?

Gestern Abend sind wir im Landesinneren noch eine Kategorie „C“ Strasse gefahren, sehr schmal und kurvig durch den Urwald. Mehr als 40 km/h war da kaum drin, aber der Wald war gigantisch: Riesig hohe Bäume, bis zur Baumkrone in 30, 40m Höhe kahl, dazwischen Farne. Auf der Strasse waren immer wieder Warnschilder, dass hier „log trucks“ fahren würden. Ich stelle mir vor, wenn hier ein Laster mit Baumstämmen entgegen käme – das wäre lustig! Schon der normale Gegenverkehr ist schwer zu umschiffen.

Hier an der Küstenstrasse ist aber von diesen Baumriesen nichts zu sehen, dafür – zweiter Schock: haben wir das erste Mal in Australien nennenswerten Verkehr. Interessant ist ja, dass hier die Geschwindigkeitsbeschränkungen sehr ernst genommen werden. Wenn da steht, hier ist 80, aber um die Kurve 45, dann wird auch gerne auf 40 runter gebremst. Das ist einerseits sehr entspannt, weil selten gedrängelt wird, und alle ähnlich schnell fahren. Andererseits juckt es doch oft im Bleifuss, wenn man selbst im Camper das Gefühl hat, diese Kurve auch mit 70 nehmen zu können. Wir sind hier Gast, und somit bemühe ich mich, mich hier anzupassen, aber ich habe ein permanentes Gefühl ich führe mit angezogener Handbremse.

 

Gegen Mittag kommt Wind auf, und bläst die Wolken weg, es ist immer noch unter 20 Grad, aber sonnig. In Anglesea, einem Touri-Ort schon recht weit oben an der Küste ist gerade ein kleiner Markt mit dem üblichen Zeug, dass es auf Märkten gibt: Schmuck, Kerzen, Handtaschen, Klamotten, und viel zu Futtern. Zum Beispiel Zuckerwatte, was auf englisch „Cotton Candy“ heisst, hier in Aussieland aber „Fairy Floss“. Also Feen-(Zahn)seide. Das gefällt mir!

Markt in Anglesea

Feen-Zahnseide?

Möwen warten auf die Brösel der Menschen

Hinter dem Ort ist die „Great Ocean Road Chocolaterie & Ice Creamery“, die uns wärmstens empfohlen wurde. Dritter Schock: Hier geht es zu wie Harry, das sind wir gar nicht mehr gewohnt! In engen Massen werden wir durch den Laden geschoben. Recht schnell sind wir bei der Eisdiele. Wie üblich nehmen wir die Two-Scoop-Variante, denn One-Scoop kostet unwesentlich weniger. Nur ist hier noch mehr drin! Gut, dass Frühstück und Mittagessen sehr spärlich ausgefallen waren, das Eis deckt sicher den Kalorienbedarf des ganzen Tages!

Ein Meter Schoko

Eis erklärt

Nach ein bisschen Shopping irgendwo bei Geelong sind wir inzwischen in Melbourne gelandet. Die Stadt ist riesig, und da Campingplatz Nr. 1 ausgebucht ist müssen wir noch mal 30 Minuten durch die Stadt fahren. Der Verkehr ist dicht, aber nicht dramatisch. Der erste Eindruck der Stadt: Könnte in vielerlei Hinsicht auch London sein. Wir haben bisher nur die Vororte gesehen, und die Architektur hier ist sehr englisch. Inklusive des englischen „Muss nicht schön sein, funktioniert doch“-Credo beim Einbau von Strom und Wasserleitungen. Aber der Eindruck liegt vielleicht auch an dem ungemütlichen Wetter, es ist so kurz vor Regen, und die Temperatur ist inwischen auf sehr deutlich unter 20 Grad gefallen. In kurzer Hose definitiv fröstelig, den Pool am Campingplatz nutzen nur noch ein paar Kinder mit viel Jugendhitze.

Wenn morgen ein bisschen die Sonne rausblitzt, sollte das eigentlich ideales Stadtwetter sein. Wenn nicht, dann muss ich mir wohl doch noch eine lange Hose kaufen. Zum Wochenende soll es aber wieder heiss werden, Samstag sind 36 Grad angesagt.

Weiter Beitrag

Zurück Beitrag

Antworten

© 2019 Unterwegs

Thema von Anders Norén

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen