Unterwegs

Immer auf der Suche nach dem noch nicht Gesehenem

MDR 1 – Mit der Hand in den Wolken

Nachdem heute Nacht die letzte Regenfront durchgezogen ist, kann es ja jetzt los gehen! Rad montiert, Tasche drauf, los geht’s!

Flott geht es Richtung Weimar, über flache Hügel und immer wieder runter ins Tal. Auf der Straße ist wenig Verkehr, das ist auch gut so, denn der „Radweg“ ist so ein typischer, von Autofahrern geplanter Weg. Alle paar Kilometer wechselt er die Strassenseite, oder hört einfach so auf. An einer Stelle wird man von der rechten Strassenseite über die Landstrasse mal wieder auf die andere Seite geleitet, nur damit der Radweg keine 200m später aufhört. Also erneut Strasse kreuzen. Bei jeder Einmündung geht es in engen Kurven und oft mit Steigung von der Strasse weg.

Das ist kein Radreiseweg, diese Radableitung ist einzig dafür gebaut, um die lästigen Radler von der Strasse zu kriegen. Leute, so geht Verkehrswende nicht!

Und wieso gibt es eigentlich keine andere Möglichkeit als das Spritmonster, wenn man spontan mit dem Rad irgendwo hin will? Flixbus nimmt keine E-Bikes mit, Zug geht nur im Bummelzug, und mit wochenlang vorher reservieren. Im Sommer sind immer eine Menge Radler auf Reise, packt doch gelegentlich einen Güterwaggon hinten an den Zug, wo man sein Rad reinstellen kann. Von mir aus gegen Aufpreis, aber eigentlich fände ich, das könnte der Staat fördern. Anstatt immer nur Banken mit kaputtem Geschäftsmodell oder betrügerische Autohersteller zu finanzieren.

Das ich mich so aufrege liegt vermutlich daran, dass mir kalt ist. Den ganzen Tag hatte ich das Gefühl, wenn ich die Hand hebe, kann ich mich an der Wolke festhalten. Es ist feucht-kalt bei etwa 15 Grad und die Sonne kommt nur stark gedämpft an der Erde an.

Weimar

Mit stark angezogenen Bremsen geht es ins Ilmtal nach Weimar herunter. Die Stadt mit der bedeutenden Geschichte ist erstaunlich unspektakulär, und in der Innenstadt auch auch 30 Jahre nach der Wende immer noch überwiegend mit holprigem Kopfsteinpflaster belegt.

Natürlich sind Goethe und Schiller hier allgegenwärtig. In der Stadtmitte stehen die beiden Herren gegenüber des Hauses der Weimarer Demokratie, das kurz vor der Eröffnung steht, aber noch eingerüstet ist. Auch am Stadtschloss wird noch renoviert, das wird sicher schön, wenn es fertig ist.

Weiter geht es wenigstens ein paar Kilometer entlang des Ilmradwegs, das macht Spaß! Danach wieder Landstrasse und eigentlich ganz nette Forstwege, aber durch den feuchten Wald fröstelt es ganz schön, und es fühlt sich spätherbstlich an.

Im schönen, aber kleinen Jena mache ich Mittag, und als ich aus dem Restaurant wieder raus komme, nieselt es. Mir ist kalt, ich habe schlechte Laune, ich breche für heute ab. Morgen geht es hoffentlich mit Lächeln im Gesicht und mit weniger Rumgemaule weiter.

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Thema von Anders Norén

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