Unterwegs

Immer auf der Suche nach dem noch nicht Gesehenem

Holy Shit, Jesus!

Obwohl es heute ziemlich dunkel ist – es ist halt immer noch Regenzeit – wollen wir endlich mal zum Schnorcheln. „Virgin Island“ wurde uns empfohlen, und so düsen wir zum Tourist Port. Dort quatscht uns noch bevor wir die Motoren ausgeschaltet haben jemand an, der uns eine Tour für 1500 PHP anbietet – knapp 25 Euro, also ein Wochenlohn. Wir lehnen ab, aber ansonsten scheint niemand interessiert zu sein. Schließlich entscheiden wir uns für den angeboteten Shuttle zur Isola di Francesco – scheinbar ist das das Selbe?

Das Shuttle kostet nichts, es wird nur eine Donation erwartet. Wir gehen davon aus, dass die Fahrt sich über Essen und Getränke auf der Insel finanziert, denn man darf nichts mitnehmen.

Das Shuttle ist ein Kanu mit Seitenauslegern, mit 8 Erwachsenen und 2 Kindern, sowie Lotse und Fahrer voll belegt. Erst ganz lustig, aber nur bis der Fahrer den Motor startet. Der Zweitakter wummert mit der Lautstärke eines Düsentriebwerks, das schmerzt nach der halben Stunde Überfahrt ganz schön.

Algensammler

Auf der Insel kommen dann weitere Schmerzen dazu – die Isola ist eine katholische Pilgerstätte. Jesus- und Heiligenfiguren überall, Tauben und ihre Hinterlassenschaften ebenso, ein Verkaufsstand für Rosenkränze. Letztere darf man dann an die Äste hängen.

Ein Priester spricht mit den Tauben, seeehr unauffällig hat er Futter in der Hand. Christen sind so einfach zu beeindrucken! Nach Staunen der Zuschauer zieht der Priester ein Handy aus der Robe und macht Selfies. Religion im Zeitalter der totalen Vernetzung.

Die Tauben halten von den Statuen so viel wie ich, und so sehen wir einige „beschissene“ Jesusse. Mehr gibt es aber auch nicht zu sehen, und Schnorcheln ist auch nicht – es sei denn man steht auf Seegras.

Hinter der Insel ist eine Sandbank, das ist das „Virgin Island“, auf das wir geschickt wurden. Dort sind jede Menge Boote, aber die dort teuer hinkutschierten Touris laufen auch nur planlos rechts und links. Entweder ist es dort auch nicht besser zum Schnorcheln, oder das nieselige Wetter mit schlechtem Licht schreckt die Leute ab. Ich vermute Ersteres – klassische tourist trap.

Nach dem leckeren Mittagessen probieren wir es noch einem Sandstrand in der Nähe, aber hier ist eine Family Reunion, und wir werden komisch angeschaut. So verschieben wir das Schnorcheln auf den nächsten Tag und werfen uns in den Pool – die Überdosis Katholizismus abwaschen.

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