Unterwegs

Immer auf der Suche nach dem noch nicht Gesehenem

Erkunden

Die letzten Tage haben wir ein paar Ausflüge rüber nach Bohol gemacht. Es sind nur 18km bis zur Brücke auf die größere Insel, aber mit den Mopeds durch den dichten Verkehr zieht sich das.

Die Verkehrsregeln sind einfach: Man fährt hier auf der rechten Seite, vor dem Überholen wird gehupt. Weitere Regeln habe ich nicht erkennen können. Auch was zulässige Höchstbeladung angeht gibt es keine Regeln, auf ein Mopedtaxi (Moped + Beiwagen mit Dach drüber) passen leicht ein halbes Dutzend Personen. Einmal habe ich gesehen, wie im Beiwagen zwei dicke, schlachtreife Schweine reingequestscht wurden, rechts außen an der Karosserie hingen zwei Kinder, und der Papa saß hinter dem Taxifahrer auf dem Moped. Kein Wunder, wenn diese Taxen hier oft mit 25km/h die Strasse blockieren.

Polizei habe ich noch überhaupt nicht wahrgenommen, ich weiß nicht, ob die hier auch im Moped unterwegs sind, oder ob die Auto fahren.

Richtig viel Verkehr ist in Alona Beach, wo ein paar Resorts am kleinen Strand liegen, und wo sich die Tourismus-Infrastruktur ballt. Und in der Hauptstadt Tagbilaran, wo es zugeht wie in Rom in den 90ern. Ein wildes Gewusel aus Autos, Kleinlastern und dazwischen die Mopeds wie ein Schwarm Insekten. Und da die Laster keine Rußpartikelfilter haben, empfiehlt es sich, ein Tuch vor Mund und Nase zu spannen.

In Baclayon wollen wir die historische Kirche besuchen, eine der ältesten Steinkirchen auf den Philippinen. Leider können wir sie nur von außen ansehen, denn sie ist geschlossen. In „guter“ christlicher Tradition ist vor der Kirche der Verkauf von Waren verboten – wir erinnern uns an die Story von Jesus und dem Tempel. Das kann man an dem Schild „No vendors allowed“ gut erkennen. Oder auch an dem Eisverkäufer, der direkt vor der Schild seine Waren feilbietet.

Vor der Kirche ist ein Pier, hier verkehren eigentlich Schiffe zur vor der Küste liegenden Insel Pamilacan, auf der man Delphine und Wale beobachten kann. Aber entweder ist nicht Saison, oder aufgrund der Feiertage geschlossen.

Die Durchgangsstrassen sind eigentlich ganz gut befahrbar, wenn man allerdings auf die kleineren Nebenstrassen ausweicht, dann wird es holprig. Wir fahren eine Strasse, die man bei Google Maps nur sieht, wenn man gaaaanz weit rein zoomt, grob von Baclayan nach Corella. Erst noch eine breite Piste wird die Strasse irgendwann eher wie ein schmaler Waldweg, und es geht 400 Höhenmeter nach oben. Was wäre ein Urlaub mit Reifinger Adventure Tours auch ohne irgendwo stecken zu bleiben – Gabi gräbt sich mit dem Rad im Schlamm ein. Aber diesmal ist es unspektakulär, sie kann das Moped allein rausziehen. Die Strasse schlängelt sich abwechselnd durch Urwald und kleine Dörfer mit Reisfeldern, bis wir schließlich auf der anderen Seite des Berges wieder die große Strasse erreichen.

An der Tankstelle erwerben wir nicht nur Benzin für 70¢/Liter, sondern auch eine schöne 0,3l-Original-Flasche Cola für 18¢.

In Corella gibt es ein Schutzgebiet für die Koboldmakis (Tarsiere), das sind süße kleine Primaten mit riesigen Augen. Sie jagen in der Dämmerung Insekten, und schlafen ansonsten an einen Ast gehängt. Obwohl die Tierchen nur faustgroß sind, können sie bis zu 5m weit springen.

Im kleinen für Besucher geöffneten Bereich sind drei Tiere zu finden, die von Aufpassern bewacht werden. Man mus sehr leise und vorsichtig sein, die Makis sind sehr schreckhaft, und können Stress schwer ertragen. Insofern ist es gut, dass Aufpasser die Touris aus Abstand halten und für Ruhe sorgen. Es scheint den Tieren aber gut zu gehen, denn angeblich werden sie nicht angefüttert, und es gibt auf keine Umzäunung.

Mittags essen wir an einem Strassenrestaurant, unter Anderem gibt es Oktopus zu essen. Der Oktopus ist am Stück gekocht, mit Kopf und allem. Die Arme sind lecker, der Kopf hingegen ist zäh, und mit einer braunen, schlammigen Masse gefüllt, die wie Verdauungsprodukt aussieht. Leicht gequält presse ich den lehmigen Brei mit der Gabel raus, und nehme mit leichtem Ekel noch ein paar kleine Bisse. Als keiner kuckt lasse ich den Kopf unter der Serviette verschwinden.

Neben der Straße ruht ein Wasserbüffel

Am Loboc River wird es wieder touristischer und der Verkehr chaotischer. Hier wurde vor 50 Jahren wieder aufgeforstet, auf 4 km² wurde Mahagoni gepflanzt. Sehr gut gemeint, aber leider können die Tiere hier mit den für die Region fremden Bäumen wohl nichts anfangen. An der Strasse wimmelt es vor Touristen, aber den Waldweg entlang müht sich niemand – 100m nach dem Eingang ist es bereits totenstill.

So sieht also ein Mahagoni-Wald aus

Also so still es halt in einem Land ist, in dem Grillen leben. Abgesehen von Insekten sind im Wald keine Tiere zu sehen. Dennoch beeindruckend, diese großen Bäume mit den Lianen dazwischen. Die Lianen sind so stark, sie halten sogar mich aus!

Am Ende des Weges wurde wohl mal begonnen eine Attraktion zu bauen, aber weit sind sie nicht gekommen.

Central Public Market

In Tabilaran gibt es neben der westlichen Mall auch einen großen einheimischen Markt. Hier gibt es neben Obst und Früchten auch Fleisch und Fisch, und so gibt es ein Feuerwerk der Gerüche und Farben!

Hier kann man auch gut essen, leider gibt es den Seetang und die Algen nur roh zu kaufen. Das hätte ich gerne mal probiert.

Dafür kann ich auf dem Weg dorthin testen, wie gut die örtlichen Reifenreparaturwerkstätten sind.

Wer sein Modep liebt, der schiebt

Glücklicherweise hält die Luft bis einen Kilometer vor dem „Vulkanizer“, denn mit den Rasten an der Seite schiebt sich so ein Moped extrem unangenehm. Keine 10 Minuten dauert die Repartur und es kostet weniger als einen Euro, aber trotzdem ist der Mechaniker sehr gründlich und genau.

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