Unterwegs

Immer auf der Suche nach dem noch nicht Gesehenem

Durch das Mallee

Die Strasse heute ist umweltschonend nur zur Hälfte geteert. Da eh praktisch kein Verkehr ist, reicht das aus, wenn Gegenverkehr kommt, weicht man halt auf den Kies aus. Das Problem an der Sache: Es ist zwar eben hier, aber wellig. Und so hat man ständig Kuppen, bei denen man nicht sieht, ob jemand kommt oder nicht.

Das macht das Fahren sehr anstrengend. Dazu kommt: Der National Park, in den wir wollen, ist drei Dörfer weiter. Klingt nach nebenan, ist aber 120 km über „halbe“ Strassen.

Halbe Strasse

Der Wyperfeld National Park zeigt uns, was die Aussies mit dem Wort „Mallee“ meinen, nach dem hier alles heißt. Mallee ist die hiesige Vegetationsform: Sandiger Boden, und hauptsächlich Eucalyptus-Sträucher und Bäume. Ein paar andere Sträucher kommen noch dazu, z.B. Tumbleweed.

Der Park ist total ausgestorben, die Information ist leer, wir sehen schon 20km vor dem Park kein anderes Auto, auch im Park ist trotz Campingplatz dort kein Mensch weit und breit. Der Plan war, den Trail durch den Park zu nehmen, und dann den nördlich davon gelegenen Murray-Sunset Park zu durchqueren. Auf unserer lokalen Touri-Karte steht „4WD recommended“, auf den Hinweistafeln vor Ort steht „deep sand, 4WD only, no Campers“.

Angesichts der früheren Erfahrungen und der Menschenleere sind wir feige vernünftig und lassen es sein. Also wieder 50 km zurück, und im großen Bogen um den Park über den Highway. Den Murray Sunset umfahren wir ebenfalls, denn wir brauchen erst noch Ausrüstung.

Bereits im Ngarkat hatten wir ein kleines Fliegenproblem. Diese Drecksvieher fliegen permanent um Dich rum, und versuchen in Augen, Nase und Ohren zu krabbeln. Zusätzlich gibt es Bremsen, die schmerzhaft zubeissen. Beide Mückensprays, die wir gekauft haben sind sehr wirksam. Auf dem Besseren steht „wirkt 6 Stunden“.

Tatsächlich sind es bestenfalls 6 Minuten, und die Vieher umkreisen Dich wieder zu Dutzenden. Und hier sind es viel mehr Fliegen als am Ngarkat. Nach dem zweiten Spaziergang im Wyperfeld mit mehreren schmerzhaften Bissen und Fliegen in der Nase beschließen wir, dass wir erst Fliegennetze brauchen!

Zusätzlich finden wir im Laden auch Mückenspray Nummer Drei (laut Verkäufer: „With that, ya could be covered in dogshit, and the beasts would still avoid ya!“) – morgen wird getestet.

Trotzdem, diese komplette Abgeschiedenheit, die Stille (also, wenn man das Fliegengesumme ausblendet), die andersartige Natur, die Känguruhs, die (leider sehr fotoscheuen) Papageien – es ist ein tolles Erlebnis!

Am Abend erreichen wir Mildura, die Gemüse und Obst-Hauptstadt Australiens. Nur 30.000 Einwohner, aber ein Einzugsgebiet von über 100km Radius. Und aufgrund des intensiven Fruchtanbaus großer Angst vor der Fruchtfliege. 50km vor der Stadt muss man alles mitgebrachte Obst in einem bereitgestellten Container entsorgen, ein paar Kilometer weiter wird dann stichprobenweise kontrolliert, die Strafen sind mit bis zu 600$ hoch.

Mildura ist dann eher enttäuschend, die Stadt ist recht neu, und trotz der Bedeutung für den Markt bleibt bei den Bewohnern offensichtlich nicht übermäßig viel hängen. Die Häuser sind überwiegend einfache Fertighäuser amerikanischen Stils (Mit dem Laster angeliefert, Strom und Wasser anschließen, fertig).

Man kann hier ein Hausboot mieten oder Schaufelraddampfer fahren, und tatsächlich sind einige Dutzend Hausboote am Fluss vor Anker.

Park-Rundstrasse

Das mutigste Känguruh

Ein Streifen Feld zwischen den National Parks

Mallee

Eidechse oder Schlange?

Desert Walk

Murray River bei Mildura

 

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Thema von Anders Norén

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